Genre: Fantasy


Der Wanderer: Madrak

Book Cover: Der Wanderer: Madrak
Teil von Der Wanderer series:
  • Der Wanderer: Madrak

Die Suche des Wanderers führt ihn in die Stadt Kar’Duk. Hier erhofft er im Schwarzen Tempel neue Spuren und Hinweise über seine Vergangenheit oder dem Verbleib von Myrael zu finden.

Doch in den Gassen der Stadt streiten Diebe, Priester und Unterirdische um die Vorherrschaft und der Wanderer sieht sich einem undurchsichtigen Geflecht von Verstrickungen gegenüber. Welche Rolle spielen die drei Weisen? Kann er der Unterirdischen namens Kaliana trauen? Und warum jagen alle ein Artefakt, welches im Tempel versteckt sein soll?

Aber auch ein alter Bekannter taucht wieder auf, denn Herzog Kastanir marschiert mit seinem Heer auf die Stadt zu und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die mächtigen Mauern Kar’Duks sich dem Angriff des Adeligen stellen müssen ...

Reviews:Carl A. schreibt:

"Madrak" ist der dritte Roman und zweite Band aus der Dark Fantasy Reihe "Der Wanderer" von Domonique Stalder. Er erschien 2018 als Taschenbuch und Ebook beim StadWolfVerlag.

 

 

Inhalt:
Die Handlung spielt in der Stadt Kar'Duk, einer sehr vielseitigen Stadt, welche von den grauen Priestern kontrolliert wird. Protagonist ist der Wanderer, der sich nun Madrak nennt und zuvor den Namen Tulan und zuletzt den Namen Haric trug. Abgesehen von der Tatsache, dass Madrak an einen Großteil seiner Vergangenheit keine Erinnerung hat, wird er von einem Fluch heimgesucht, welcher ihm hin und wieder Dämonen auf den Hals hetzt. Jedoch hat er die Fähigkeit Flammen zu erzeugen, mit denen er seine Gegner vernichtet. Madrak ist in der Stadt, um dort im schwarzen Tempel einen Weg in die Unterwelt zu finden, in die seine Freundin Myrael verbannt worden ist. In den schwarzen Tempel zu gelangen, stellt sich als schwieriger heraus, als angenommen und das nicht nur, weil die Grauen Priester ihm keinen Eintritt gewähren.
Die Stadt birgt eine dunkle Geschichte. Jeder scheint den Wanderer für seine Zwecke gewinnen zu wollen. Schon bald ist die Stadt in Gefahr und der Wanderer der Einzige, der etwas dagegen unternehmen kann. Wem kann Madrak vertrauen und was hat es mit drei Weisen und dem Artefakt auf sich?
Zentral ist hierbei Madraks innerer Zwist, von "Richtig" und "Falsch", sowie "Gut" und "Böse". Madrak ist hin und hergerissen, ob er der Stadt helfen soll, oder sich um sein eigenes Ziel kümmern soll. Beim Versuch das Richtige zu tun richtet er meist noch mehr Schaden an.

 

 

Buchkritik:
Leser, die keines der vorherigen Bände gelesen haben, werden keine Schwierigkeiten beim Einstieg haben. Obwohl es sich um das dritte Werk der Reihe handelt, vermittelt der Autor dem Leser, ohne zu viel preiszugeben, von Anfang an sehr gut, worum es geht und welche Beweggründe den Protagonisten antreiben.
So werden Stück für Stück Informationen über Vorangegangenes mitgeteilt, ohne den Erzählfluss zu unterbrechen. Auf diese Weise erfährt man bereits im Prolog, dass der Wanderer auf der Suche nach Myrael ist und er an der dafür verantwortlichen Drakatia bereits Rache geübt hat. Anschließend wird schnell klar, welche Rolle der im Einstieg aufgetauchte Dämon spielt und, dass sein ehemaliger Herr namens Söldnergeneral Tarak unter anderem ein Dorf terrorisiert hat und vom Protagonisten für seine Taten getötet wurde, während Dämon und Wanderer ein Gespräch führen. Dies zieht sich durch das ganze Buch.

 

Auch später kommt man als Leser stets gut mit, ohne das Interesse zu verlieren. Das Verhältnis von im Geschehen voranbringender Handlung und dem Einfließen neuer Informationen ist so gut wie immer ausgewogen.
Informative Gespräche und Diskussionen, sowie Konflikte wechseln sich andauernd ab. Nachdem der Wanderer die Stadt betreten hat, gerät dieser beispielsweise in einen Streit mit den grauen Wachen, woraufhin im nächsten Kapitel sein Weg zum Schwarzen Tempel beschrieben wird und der Leser sich einen besseren Einblick in die Umgebung machen kann.

 

Der magische und technische Hintergrund, der das Gerüst der Handlung darstellt, ist weder zu simpel noch zu übertrieben ausgearbeitet, wodurch durchaus Interesse geweckt wird, aber der Leser keinesfalls Gefahr läuft nicht mehr durchzublicken.
Zum einen ist der technische Stand der Gesellschaft ungefähr mit dem des Mittelalters gleichzusetzen, während die magischen Fähigkeiten der Magienutzer leicht zu verstehen und minimalistisch gehalten werden. Zum anderen ist die Welt der Dämonen gut strukturiert und in 5 Dämonen-Ränge mit den über allem stehenden 7 Fürsten eingeteilt. Dieses Hintergrundwissen wird Stück für Stück vermittelt, wobei dieser Band keineswegs alles Tiefgreifende preisgibt.

 

Stalder versteht es sehr gut dem Leser die Umgebung und die Sinneseindrücke des Protagonister in jeder Situation zu übermitteln. Der Leser kann in das Geschehen eintauchen und den Moment an sich exzellent nachempfinden und miterleben.
Dies erreicht Stalder nicht etwa durch Beschreibungen der Gefühle, sondern durch lebhafte Beschreibung der Umstände. Hierbei bedient er sich sehr vieler ausdrucksstarker Komposita und Vergleiche. “Die Eiseskälte stach in seine Haut, gleich einem Schmerz, der den Spitzen hunderter Nadeln entsprang.” In diesem Beispiel wird darauf verzichtet hervorzuheben, wie kalt Madrak doch ist, stattdessen bekommt der Leser selbst den Eindruck, ihm sei unvorstellbar kalt. “Der erste tiefe Atemzug trieb ihm die Tränen in die Augen. Die Luft war geschwängert von unzähligen Aromen, unter anderem dem intensiven Geruch von Fäkalien” Auch Gerüche, Farben und die Hervorhebung von Baumaterialien und Modeerscheinungen werden verwendet, um den Leser die Eindrücke des Protagonisten zu übermitteln. “Edles Holz, Marmor und teils aufwendige Arabesken in Stein, Eisen oder Bronze schmückten die ohnehin großen Häuser. Helle Wände und viele bunte Fenster, kleine Bäume oder auch Brunnen zierten die Eingänge.”

 

Die Sprache, die Stalder verwendet ist - wie aus dem vorherigen Abschnitt hervorgeht - bildhaft und ausgeschmückt, jedoch trotzdem angenehm und einfach zu lesen und keineswegs zu kompliziert.
Trotz ausführlicher Beschreibungen der Umgebung sind Stalders Sätze meist kurz und prägnant. Für besonders ausführliche Passage verwendet er meist mehrere kurze Sätze, die nicht lange auf die Fortsetzung der Handlung warten lassen. Ab und zu verbaut er Fremdwörter oder Wörter die im Allgemeinen nicht (mehr) so bekannt sind, wie etwa "bölken" (blöken, nur eben für Ochsen und Kühe) oder "Kleinod"(Altdeutsch für Schmuckstück). Diese Wörter stören jedoch keinesfalls, da sie sich durch ihren Kontext eigentlich von selbst erklären. “Du bist einzigartig. Ein Kleinod, ein Edelstein – jemand wird sich auch für dich finden«, ermutigte er sie.” Trotz des leicht mittelalterlichen Hintergrunds bedient er sich nicht der damaligen Sprache sondern verwendet in den Dialogen weitestgehend Alltagssprache.

 

Der Leser wird indirekt dazu aufgefordert sich über den zentralen moralischen Zwist Gedanken zu machen. Durch verstecke Metaphern weißt der Autor auf "Gut" und "Böse" hin.
Dies geschieht zum einen durch die zahlreiche Verwendung von "Schwarz","Weiss" und "Grau", was in der Reihe den drei möglichen Lebensweisen entspricht, jeder lässt sich früher oder später in eine dieser Kategorien einordnen. Durch Gegenstände, Bauwerke oder Personen, bei denen bestimmte Attribute mit einer der genannten Kontraststufen beschrieben werden, wird oft eine Eigenschaft wie "Gut" oder "Böse", aber auch innerliche Änderungen impliziert. Beispielsweise ändert sich bei einem Gefangenen die Augenfarbe von schwarz zu grau als dieser verstirbt. Außerdem taucht sehr oft die Zahl drei auf, die vermutlich ein Hinweis auf das Kontrast-Dreibein sein soll.

 

Die Handlung ist im gesamten Buch sehr schlüssig. Trotzdem ist der nächste Schritt beziehungsweise das Geschehen im Allgemeinen nur schwer vorhersehbar.
Es wird ständig für Verwirrung gesorgt. Charaktere, die neu auf den Protagonisten treffen erwecken Anfangs meist einen Vertrauen, hinterlassen am Ende jedoch den eigenartigen Eindruck, dass etwas an ihrer Geschichte nicht stimmt. Die Weisen stellen beispielsweise ihre Standpunkte und Motivationen im Großen und Ganze überzeugend vor, widersprechen sich am Ende jedoch allesamt gegenseitig. Dem Leser ist bis zum Ende hin nicht klar, wem er vertrauen schenken soll und kann somit im Nachhinein eigentlich logische Wendungen nicht vorhersehen.

 

Der anfängliche Eindruck und der Eindruck am Ende des Buches weichen stark voneinander ab. Dies ist für den Leser ein schleichender Prozess.
Zu Beginn des Buches hat der Leser, zumindest erging es mir so, einen sehr klaren und simplem Eindruck. Die Erwartung: ein schmerzerfüllter zorniger Wanderer mit dem Ziel seine Freundin aus der Dämonenwelt zu befreien wird in die Stadt rennen und sich mit seinen Fähigkeiten den Weg in die Unterwelt freikämpfen(Rambo!). Stück für Stück verkompliziert sich alles, es erscheinen immer mehr Parteien auf der Bildfläche, alles wird immer verrückter, bis man schließlich gar keinen Eindruck mehr hat und komplett das eigentliche Ziel aus dem Fokus verliert. Am Ende des Buches ist dem Leser überhaupt nicht mehr klar, ob der Protagonist die richtigen Entscheidungen getroffen hat und was man hätte anders machen können. Der Eindruck am Ende von Madrak ist ein sehr nachdenklicher, auch wenn sich die Erwartungen was Action anbelangt mehr als nur erfüllen.

 

 

Fazit:
Der Roman "Madrak" zeigt sehr vielschichtig den inneren Zwist des Wanderers auf, der eine schwerwiegende Entscheidung für das Wohl einer ganzen Stadt treffen muss und dabei mehrmals auf moralisch fragliche Weise zum Handeln gezwungen wird. Der Leser wird unabhängig davon, ob man die vorherigen Werke gelesen hat, in ein wunderbar verwirrendes Abenteuer gezogen. Dabei wird man häppchenweise mit allem was man zur Vorgeschichte und aktuellen Ereignissen wissen sollte im Verlauf des Buches gefüttert, wobei eine gesunde Mischung aus Handlung und Beobachtungen entsteht.

 

Das magische Hintergrundsystem ist für den einen oder anderen High-Fantasy-Fanatiker vielleicht ein wenig simpel, wobei mehr den Rahmen dieses Buches sprengen würde. Allerdings ist es noch sehr ausbaufähig und mehr Komplexität hätte aus meiner Sicht doch die Spannung für kommende Bände etwas gedämpft. Die Struktur der Unterwelt mit ihren fünf Dämonen-Rängen macht auf jeden Fall Appetit auf mehr und verspricht noch so Einiges.

 

Durch unglaublich realistische und detaillierte Beschreibungen und einen sehr angenehmen Schreibstil, welcher aus meiner Sicht die größte Stärke dieses Werkes ist, taucht man als Leser tief in die Geschichte ein. Anstelle eines stillen Beobachters scheint man selbst Teil des Abenteuers zu sein und staunt man über die Stadt mit ihren Tempeln, ihren Gerüchen und seinem Ambiente, schlendert über glühende Punktr an den Wänden, staunend durch eine prächtige Höhle und spürt die düstere Stimmung im Kerker am eigenen Leibe.

 

Auch wenn mir dieser Roman für eine Leserunde bereitgestellt wurde, ist er aus meiner Sicht jeden Cent Wert, weshalb Ich mir auf jeden Fall ein Taschenbuch-Exemplar zulegen werde. Insgesamt ist "Madrak" ein sehr vielseitiger düsterer Roman mit vielen unerwarteten Wendungen, viel Verwirrung und genau der richtigen Menge Action, der sich mit "Richtig" und "Falsch" auseinandersetzt um dem Leser somit einige moralische Fragen mit auf den Weg gibt. Kaufempfehlung!



Das Lied der Dunkelheit

Book Cover: Das Lied der Dunkelheit
Teil von Demon Zyklus series:
  • Das Lied der Dunkelheit

„Weit ist die Welt – und dunkel …“

… und in der Dunkelheit lauert die Gefahr. Das muss der junge Arlen auf bittere Weise selbst erfahren. Schon seit Jahrhunderten haben Dämonen, die sich des Nachts aus den Schatten erheben, die Menschheit zurückgedrängt. Das einzige Mittel, mit dem die Menschen ihre Angriffe abwehren können, sind die magischen Runenzeichen. Als Arlens Mutter bei solch einem Dämonenangriff umkommt, flieht er aus seinem Heimatdorf. Er will nach Menschen suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben und das Geheimnis um die alten Kriegsrunen noch nicht vergessen haben.

„Das Lied der Dunkelheit“ ist ein eindringliches, fantastisches Epos voller Magie und Abenteuer. Es erzählt die Geschichte eines Jungen, der einen hohen Preis bezahlt, um ein Held zu werden. Und es erzählt die Geschichte des größten Kampfes der Menschheit – der Kampf gegen die Furcht und die Dämonen der Nacht.

Episch und düster – die faszinierendste Weltenschöpfung der letzten Jahre.

Genres:
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Reviews:Carl A. schreibt:

Inhalt:

 

"Das Lied der Dunkelheit" von Peter v. Brett ist der erste von fünf Bänden der Roman-Reihe "Dämonenzyklus". Er ist erstmals 2009 vom HEYNE-Verlag veröffentlicht worden.
Die Handlung spielt in der Welt Thesa, die seit Generationen von Dämonen heimgesucht wird, welche "Horclinge" genannt werden und in großer Artenvielfalt vorkommen. Jede Nacht, wenn die Sonne untergeht, beginnen diese aus ihrem "Horc" aufzusteigen um sich an der Oberfläche zu manifestieren und Jagd auf Menschen zu machen. Diese versuchen sich jedoch durch verschiedene Siegel zu schützen, welche an Oberflächen angebracht ihre Häuser durch eine Art magisches Feld gegen die Dämonen abschirmen. Dieser Schutz ist jedoch nicht immer erfolgreich, denn ab und zu entdecken Horclinge eine Schwachstelle im Siegelnetz - nur noch das Licht der aufgehenden Sonne verspricht dann noch Rettung. Selbst Waffen wie Äxte scheinen den Dämonen nichts anhaben zu können. Auch der 11-jährige Arlen und seine Familie aus dem Dorf Tibbets Bach teilen dieses Schicksaal. Als durch unglückliche Begebenheiten Arlens Mutter den Horclingen zum Opfer fällt, während sein Vater nichts unternimmt, kann er seinem Vater nicht verzeihen und reißt aus. Von da an beginnt sein Abenteuer, welches ihn durch die freien Städte bis in die krasianische Wüste treibt, dessen Bewohner die einzigen verbliebenen sind, die den Dämonen im Kampf begegnen.
Leesha und Rojer wachsen in jeweils anderen Gebieten Thesas ebenfalls in Angst und Schrecken auf, wo sie ähnlich dramatisches erleben.
Zentrales Thema in diesem Roman ist Arlens Weg der Selbstfindung und sein Rachezug gegen die Horclinge, für den er alles Aufzugeben bereit sein scheint. Er schlägt einen Weg als Bannzeichner und Kurier ein und begibt sich auf die Suche nach den alten Kampfsiegeln, welche der Legende nach Dämonen bezwingen können. Alles arbeitet auf ein Zusammentreffen von Rojer, Leesha und Arlen hin.

 

 

Buchkritik:

 

Das zugrunde liegende magische Hintergrund ist in sich nicht vollkommen Schlüssig. Auch wenn der Leser erfährt, dass Siegel sich zu einem geometrischen Netz ergänzen, so ist dies nur schwer vorstellbar geschweige denn nachvollziehbar. Es wird oft erwähnt, dass Arlen, der Hauptprotagonist, intuitiv bestimmte Symmetrien in den Siegeln sieht und sie dadurch nach Gefühl anordnen kann. Nach mehrfachem betrachten der Zeichnungen zu den Siegeln ist man als Leser etwas verwirrt. Bei Rojers Fidel-Magie ist es hingegen verständlich, dass nicht wirklich versucht wird diese zu erklären, da er sie selbst nicht wirklich zu verstehen scheint. Geometrische Muster dagegen sollte man dagegen wenigstens ein bisschen näher erklären können.
Auch Beschreibungen lassen in mancherlei Hinsicht zu wünschen übrig, sind im Allgemeinen jedoch in Ordnung. Beispielsweise bezüglich der Beschreibung der Dämonen wären etwas mehr Details möglich gewesen. Der Fokus wird hier eindeutig mehr ausführliche Darstellung von Handlungen gelegt, kurze Action-Szenen werden Schritt für Schritt umfassend geschildert. Bewegungsabläufe werden mit vielen Adjektiven ausgeschmückt, wordurch eine Art Slow-Motion Effekt erziehlt wird.
Dafür sind die beiden konkurrierenden Religionen der Thesaner und Krasianer gut durchdacht. Auch politische Probleme, die Gesellschaft und das Leben in den freien Städten sind gut ausgearbeitet, sodass sich der Leser schnell in das Geschehen reindenken kann. Im Großen und Ganzen erinnert alles an das Mittelalter, wobei Brett sich im Bezug auf Berufe, Sprache, Legenden, Namen und andere Elemente sehr einfallsreich zeigt. Besonders im Bezug auf das krasianische Volk hat der Autor sich hier viel Mühe gegeben.

 

 

Fazit:

 

An sich ist das Lied der Dunkelheit ein spannender Dark Fantasy Roman, mit dem man sich gut die Zeit vertreiben kann. Allerdings sind aus meiner Sicht zu viele Schwachstellen im Bezug auf Umgebung, Hintergrundinformationen, Magie und Antagonisten vorhanden, sodass dieses Buch kein Meisterwerk genannt werden kann. Der Fokus dieses Buches ist also mehr auf Action gelegt, auch wenn die Charakterentwicklung und Elemente im Bezug auf Gesellschaft und Sprache sehr gut sind. Wenn man sich einfach nur zurück lehnen möchten ohne sich groß Gedanken zu machen und die Action über sich ergehen lassen möchte so ist dies eine klare Kaufempfehlung.



Die Gelehrten der Scheibenwelt

Book Cover: Die Gelehrten der Scheibenwelt
Teil von Die Wissenschaft der Scheibenwelt series:
  • Die Gelehrten der Scheibenwelt

Drei unnachahmlich unterhaltsame Sachbücher aus Sicht der Gelehrten der Scheibenwelt – unverzichtbar für alle Terry-Pratchett-Jünger: Als Ergebnis eines missglückten Experiments besitzen die Zauberer der Unsichtbaren Universität plötzlich ein Miniaturweltall: die irdische Rundwelt. Unter Führung der weisen Magier verfolgen wir die Geschichte unseres Universums vom Urknall bis zum Internet und darüber hinaus.

Reviews:Carl A. schreibt:

Inhalt:

 

"Die Gelehrten der Scheibenwelt" von Terry Pratchett und ist einer der 41 zur Scheibenwelt erschienenen Romanen des Autors. Der Roman ist 2000 vom Heyne Verlag deutschsprachig veröffentlicht worden.
Die Handlung spielt, wie in allen Scheibenwelt-Werken, auf der Scheibenwelt, welche von vier Weltelefanten getragen werden, die wiederum auf der Sternenschildkröte Groß A'tuin stehen. Die Zauberer der unsichtbaren Universität erschaffen im Roman bei einem Unfall im "Forschungstrakt für hochenergetische Magie" das Universum der Rundwelt. Ein Mitwirkender, namens Rincewind, wird nach mehreren Beobachtungen der Entwicklung der Rundwelt auf eben diese geschickt um weitere Forschungen anzustellen. Als sich auch noch Leben auf der Rundwelt entwickelt, können sich die Zauberer nicht erklären, wie dieses ohne "Narrativum" zu Stande kommen konnte. Narrativum ist ein Treibstoff, der Erzählungen zufolge im Universum der Scheibenwelt für alle Geschehnisse sorgt. Rincewind beobachtet wie Zivilisationen entstehen und fallen, von intelligente Krabben und deren Untergang, bis hin zur Entstehung unserer Art.

 

 

Buchkritik:

 

Zentral ist die Evolutionsgeschichte unserer Erde, welche abwechselnd mit einem Kapitel interessanter Fakten, sowie einem Kapitel über die Entwicklung der Rundwelt im Labor der Zauberer beschrieben wird.

Die Autoren gehen, bis auf in der kurzen Einleitung, in den Kapiteln über das Abenteuer der Zauberer nicht sehr auf Gegebenheiten und Fachbegriffe der Scheibenwelt weiter ein, wodurch es jemandem für den das Buch das erste Scheibenwelt-Werk ist etwas schwer fallen könnte einzusteigen.
Es wird nicht wirklich erklärt, was das Narrativum genau ist, oder wieso der Bibliothekar ein Affe ist, der Bananen liebt. Allerdings werden andere Werke vermerkt, in denen dies erklärt wird.
Für Spannung wird eher weniger gesorgt, da die launische, faule und sorgenlose Natur der Bewohner der Scheibenwelt auf witzige Weise in den Vordergrund gestellt wird.
Dies zieht sich durch das gesamte Buch. Passagen der tatsächlichen Story fallen immer recht kurz aus und die Charaktere sind so gut wie nie einer tatsächlichen Gefahr ausgesetzt, bis auf das fehlschlagende Experiment zu Anfang des Buches, welches die gesamte Existenz zu Vernichten bedroht. Auf diese Bedrohung reagieren die Zauberer jedoch eher gelassen, da ihre einzige und größte Angst dem Verpassen des Mittagessen entspricht.
Der erste Eindruck der Verwirrung weicht nach geraumer Zeit dem Eindruck der Belustigung. Zum einen, da wie bereits erwähnt die Ansichten und Ängste der Charaktere aus gesellschaftlicher Sicht auf humorvolle Art bescheuert sind, aber auch, da man sich nach und nach mehr in sie hineinversetzen kann und unsere Erde aus einem anderen Blickwinkel sehen und für humorvoll sehen kann.
So ist es für die Bewohner der Scheibenwelt keinesfalls denkbar, dass etwas "einfach so" durch Zufall passiert. Für Alles muss es eine, wenn man so will, "göttlich gegebene" Sache oder einen Mechanismus geben, die/der dafür sorgt, dass etwas so ist, wie es ist. Zu beobachten wie der Lauf der Dinge dies zu einem Großteil übernimmt, sorgt bei ihnen für staunen. Ihr Supercomputer HEX, der natürlich aus Ameisen besteht, kann sich zum Beispiel anfangs keinen Reim darauf machen, wie Gravitation, Gezeiten, Regen, etc. von ganz allein funktionieren kann. Er akzeptiert diese Erkenntnisse erst Stück für Stück und zeigt dem Leser, wie unvorstellbar es eigentlich ist, dass solche Dinge einfach so da sind und ohne weiteres so funktionieren, wie sie es tun. Des Weiteren lässt der Aufstieg und Fall der hochentwickelten Krabben-Zivilisation uns darüber nachdenken und schmunzeln, wie unbedeutend kurz unsere Hochkultur erst besteht und wie wir wohl auf einen außenstehenden Beobachter wie Rincewind wirken würden.

Auch in den kommentierenden Kapitel gehen die Autoren mit Witz und verschiedenen Vergleichen auf bestimmte geschichtliche Ereignisse oder Theorien sowie Ereignisse aus den erzählenden Kapitel ein. Zum Thema Mond und dessen Entstehung werden die drei beliebtesten Theorien zuerst erklärt, woraufhin zur dritten Theorie, nach der unser Mond von anderswo kam und zufällig im Gravitationsfeld unserer Erde endete, das Beispiel eines Golfballs angebracht wird, der zufällig so gerollt kommen müsste, dass er schließlich immer weiter am Rand entlang rollt.

Die Sprache wirkt in diesen Kapiteln sehr gewählt und sachlich, jedoch nicht trocken und lässt sich auch leicht lesen. Die Autoren verwenden Fachjargon so oft es nur geht; Für jedes Thema, welches im vorangegangenen Kapitel bei den Erlebnissen der Scheibenweltler eine Rolle spielte, werden sachliche Wörter und Ausdrücke gefunden. Es werden allerdings viele Adjektive und Bewertungen hinzugefügt, die den eher sachlichen Themen doch wieder ein wenig mehr Leben einhauchen. Zum Beispiel bei der Erwähnung der Theorie des griechischen Philosophen Empedokles, nach welcher Alles aus den vier Elementen besteht, deren sachlicher Beschreibung kommentierende Sätze folgen, die diese als einfältig bezeichnen und Aussagen wie "schmutziger Haufen Asche" beinhalten.
Des Weiteren werden gerne Wörter und Ausdrücke aufgegriffen, welche im alltäglichen Sprachgebrauch nicht oder nicht mehr bekannt sind.
Zum Beispiel werden dem Begriff "Privativum", welches im allgemeinen Sprachgebrauch gerne fälschlicherweise durch das Wort "Gegenteil" ersetzt wird, mehrere Seiten gewidmet. Ein Privativum ist ein Wort, welches das Ausbleiben einer Sache oder eines Zustands impliziert, wie beispielsweise im Buch aufgeführte "Unwissenheit" oder "Kälte". Durch Gedankenexperimente wie z.B. der Frage, ob nun "nüchtern" oder "betrunken" das Privativum des jeweils Anderen ist, sorgen sie für Unterhaltung.

 

 

Fazit:

 

Der Roman ist kein einfacher Action oder Fantasy Roman, der durch Spannung, ausgefeilte Charaktere und Beziehungen begeistert, aber auch kein reines Sachbuch. Trotzdem liegt meiner Meinung nach der sachliche Teil stark im Vordergrund. Das Ziel des Buches ist es, den Leser zum Denken anzuregen und ihm humorvoll Fakten, Wissen und Fragen zum Thema Physik, Chemie, Biologie aber auch Philosophie mit auf den Weg zu geben. Hiervor sollte man jedoch nicht zurückschrecken, denn ein bestimmtes Vorwissen ist keine Voraussetzung. Gelangweilt oder überschüttet, wie in einem klassischem Sachbuch, wird man nicht. Die alternierende Behandlung von Story und Wissenswertem sorgt für Abwechslung und die Geschehnisse bei den Scheibenweltlern liefern immer das nächste Thema und machen Appetit auf das nächste Wissenskapitel. Aus meiner Sicht eine ganz klare Kaufempfehlung, besonders für solche, die gerne Sachbücher lesen würden, denen diese aber im Allgemeinen zu trocken sind!



Der Weg der Könige

Book Cover: Der Weg der Könige
Teil von Die Sturmlicht-Chroniken series:
  • Der Weg der Könige

Roschar ist eine sturmumtoste Welt, die über Jahrtausende von übermenschlichen Kriegern regiert wurde, deren Schwerter jedes Leben auslöschen konnten. Doch die Krieger sind verschwunden und Roschar droht zu zerfallen. Das Schicksal der Welt liegt nun in den Händen derer, die es wagen, die magischen Schwerter zu ergreifen . . . Mit „Der Weg der Könige” eröffnet Brandon Sanderson das große Fantasy-Epos des 21. Jahrhunderts und zieht seine Leser in eine Welt, wie sie noch nie zuvor in der Literatur erschaffen wurde.

Dies ist die Geschichte von Dalinar, Heerführer von Alethkar und Bruder des ermordeten Königs. Seit dem Tod des Königs sind die Fürsten des mächtigsten Reiches von Roschar zerstritten, und der Krieg mit dem Barbarenvolk im Osten zieht sich länger hin als erwartet. Dabei trägt Fürst Dalinar nicht nur schwer an dem Vermächtnis seines toten Bruders, sondern auch an den unheimlichen Visionen, die ihn des Nachts überfallen: Visionen aus einem vergangenen Zeitalter, als die Völker von Roschar vereint waren, als die Menschen noch Seite an Seite mit den Göttern kämpften und die magischen Schwerter dem Schutz des Lebens dienten. Visionen, die in Fürst Dalinar nicht nur eine neue Hoffnung auf Einheit unter den Menschen wecken, sondern auch eine tiefe Furcht. Denn noch weiß keiner, welches Schicksal die Zukunft von Roschar für all jene bereithält, die das Rätsel der Vergangenheit lösen können . . .

Reviews:Carl A. schreibt:

Story:

Der Weg der Könige stellt den Beginn einer neuen Saga im Cosmere da und überzeugt, wie auch in anderen vorherigen Cosmere Werken, durch ein neues und hochentwickeltes Magie-System. Dieser Magie liegen die sogenannten Großstürme zu Grunde, welche durch die Welt Roschar wüten. Diese Stürme versorgen die Bewohner Roschars mit Sturmlicht,  welches als "Treibstoff" für diverse Fähigkeiten (die sogenannten Wogen) und Gerätschaften (die sogenannten Fabriale) dient.

Nach einem Präludium und einem Prolog, welche einen Vorgeschmack für kommende Action und einige Fragen liefert, steigt das Buch sehr abrupt ein. Erst nach geraumer Zeit erfährt man mehr zum Hintergrund. Es entstehen immer mehr Fragen, deren Antwort durch die abwechselnde Handlung von verschiedenen Protagonisten immer weiter verzögert wird. Ausschlaggebende Ereignisse lassen sich schwer vorhersehen, da diese immer etwas auf sich warten lassen. Hierdurch ist nach kurzen Phasen der sich anbahnenden Langeweile, mit welcher man auf die Folter gespannt wird, immer für einen Grund zum weiterlesen gesorgt. Die ausgedehnten Passagen werden jedoch sehr gut zur detaillierten Beschreibung der Umgebung verwendet, wodurch für den fantasievolle Leser ein tiefes eintauchen in die Welt der Großstürme möglich ist.

Charaktere:

Kaladin ist auf dem Schlachtfeld, als plötzlich alles schief läuft und er versklavt wird. Shallan ist in Kharbranth um das Mündel der Königstochter Jasnah Kholin zu werden. Stück für Stück werden Fragen erklärt die sich direkt zu Anfang stellen. Der Autor steckt sehr viel Liebe und Detail in die Entwicklung seiner Charaktere. Es folgen nach und nach die Erklärung wie es zu Alldem kam, welche Motivation Schallan hat und wieso und wie Kaladin in die missliche Lage gerät in der er sich befindet. Der Autor nimmt sich Zeit und es wird nicht nur die Umgebung, sondern vor allem die Situation im Dorf und die Beziehungen zwischen Kaladin, seiner Familie und den anderen Dorfbewohnern sehr genau beschrieben. Es wird dem Leser ermöglicht sich sehr gut in den Protagonisten hinein zu versetzen und dessen Gedankengänge nachzuvollziehen. Auch an Beschreibungen der Nebencharaktere wird nicht gespart.

Fazit:

Der Weg der Könige ist der Auftakt eines atemberaubenden Epos. Es wird zwar sehr langwierig und detailliert erzählt, wobei man jedoch nicht dazu geneigt ist das Buch zur Seite zu legen. Die größte Stärke dieses Buches ist die Ausarbeitung seiner Charaktere, welche mit sehr viel Hingabe beschrieben werden. Es wird gut für Spannung gesorgt, in dem sich in fast jedem Kapitel der behandelte Protagonist gewechselt wird. Ein Muss für jeden High-Fantasy Fan.



Gerechter Zorn

Book Cover: Gerechter Zorn
Teil von Die Legenden der Albae series:
  • Gerechter Zorn

Um einen mächtigen Verbündeten, das Nebelwesen, für den Krieg gegen die Elben zu gewinnen, machen sich die zwei Helden Sinthoras und Caphalor der Albae auf die Reise. Dieses Nebelwesen ist der einzige Schlüssel, um in einen Krieg gegen die Elben zu ziehen, da die Zwerge auf dem Pass zum Elbenreich ein magisches Tor errichteten, das kein Lebewesen passieren kann, welches kein Verbündeter ist. Sinthoras und Caphalor entkamen dem Tod auf dieser Reise nur knapp, aber erreichten ein Abkommen mit dem Nebelwesen, dass Ihnen seine Hilfe "bedenklich" zusicherte. So stellten Sinthoras und Caphalor ein großes Heer aus verschiedenen Lebewesen auf und ziehen zu dem Tor der Zwerge. Doch wird das Nebelwesen erscheinen? Kann das Tor überwunden werden?

Die Geschichte ist geprägt von einem politisch zerrütteten Albae-Reich. So gibt es zwei große Lager unter den Albae:
Die Gestirne: Sie wollen ihr Reich klein halten, um es besser Verteidigen zu können
Die Kometen: Sie wollen ihr Reich expandieren, da Sie sich als weit überlegen gegenüber den anderen Lebewesen fühlen.
Diese beiden Lager werden mit einem Marsch gegen die Erzfeinde, die Elben, vereint.

Genres:
Tags:
Reviews:Jonas K. schreibt:

Bewertung:
Die Handlung ist gut durchdacht, spannend und mit vielen überraschenden Wendungen versehen. Außerdem ist die Handlung sehr detailreich beschrieben, lässt jedoch genügend Spielraum für sein eigenes Kopfkino. Gerade die Gefühlswelt der Charaktere wird sehr umfangreich beschrieben. Besonders eloquent wurde die Bösartigkeit der Albae mit einer Beiläufigkeit vermittelt, dass sich der Leser schnell in den Bann der Protagonisten ziehen lässt. Die Grausamkeit und menschenverachtende Weltanschauung der Albae wird für den Leser erschreckend schnell zum Normalfall. Im Laufe des Buches entwickeln sich die Charaktere ständig weiter und man kann mit Spannung verfolgen, wie Caphalor und Sinthoras, einst Erzfeinde, sich charakterlich immer weiter annähern. Jedoch gibt es auch einen Kritikpunkt bei der Beschreibung der Gefühlswelt. So wurde auf die künstlerische Ader des Albae-Volkes für meinen Geschmack zu häufig eingegangen. Vor allem wurde die Kunst in zu wenig verschiedenen Facetten gezeigt, denn es wurde mit immer und immer wiederholenden Inhalten gearbeitet.

Fazit:
Mit dem Auftakt zur Albae-Reihe hat Markus Heitz eine Welt erschaffen, die brutaler kaum sein kann. Wer auf düstere Fanatsy-Bücher mit vielen Bluttaten steht ist mit diesem Buch gut bedient. Außerdem kann man dieses Buch in die High-Fantasy-Kategorie einordnen, da man komplett in die Welt eintauchen kann. So werden politische Beziehungen genau beschrieben, als auch ländliche Eigenschaften möglichst detailreich wiedergegeben. ABSOLUTE KAUFEMPFEHLUNG!